Donnerstag, 9. August 2018

Das Glück hat mich...

...zur Zeit erwischt, denn nun endlich durfte ich meinen Sommerurlaub antreten - ganze zwei Wochen am Stück. Anscheinend ist es hierzulande unschicklich im Urlaub nicht zu verreisen. Dies konnte ich in den letzten Tagen feststellen, als ich ständig gefragt wurde, wohin ich denn in Urlaub fahren werde. Überall offene Münder, wenn ich preisgab, wohin ich verreisen werde. Um es kurz zu machen: Ich fuhr mit dem Fahrrad zu mir nach Hause in den Urlaub und dort bin ich jetzt immer noch. Bei den derzeitigen Temperaturen wäre es ohnehin Schwachsinn, sich stundenlang in einen Stau auf der Autobahn in Richtung Süden zu begeben, während hier das gleiche Klima wie in Sizilien herrscht. Auch stecke ich an keinem Flughafen fest, weil sich das Sicherheitspersonal zu gut mit sich selbst unterhält. Das alles lässt sich leicht vermeiden: ZU HAUSE BLEIBEN! Ich liebe dieses heiße Wetter und es macht mir nichts aus zu schwitzen, denn in meiner Wohnung gibt es eine Dusche. Am Abend sitze ich mit meinem EX-EX auf der Hollywoodschaukel auf der Terrasse, streichle die Miezekatzen


 










und schlürfe nostalgisch angehauchten Campari-Orange.  Die Friedensverhandlungen zwischen uns beiden dauern an, sind aber wesentlich erfolgreicher als zuvor befürchtet. Es gibt sogar Abende an denen wir das Vergangene ganz ausblenden und uns ausschließlich intensiv der Gegenwart widmen.






Wie ich den Sommer liebe! Dieser Garten hier ist das reinste Paradies




                                                       


Wer muss da noch in Urlaub fahren?


Sonntag, 22. Juli 2018

Die zwei Seiten der Münze

Wir sehen uns zur Zeit wieder täglich und es kehrt eine gewisse Routine in unser Zusammensein ein. Dennoch fällt es mir schwer, wieder ganz zu vertrauen. Wahrscheinlich werde ich ihm nie wieder vollständig trauen können. Trotzdem hat unsere Beziehung eine Qualität erreicht, die sie nie zuvor hatte. Wir können über fast alles reden, was uns bewegt und wir reden viel. Hätten wir diese Gewohnheit schon zuvor gepflegt, wäre es nie zu unserem Zerwürfnis gekommen. Unsere Beziehung wäre beinahe an unserer Sprachlosigkeit gescheitert. Wir genießen unsere gemeinsame Zeit, aber genauso die Möglichkeit alleine zu sein. Auch die körperliche Liebe macht wieder Spaß, was mich nach dem Geschehenen am allermeisten erstaunt. Das habe ich tatsächlich nicht erwartet.

Nun ist es an der Zeit, dass ich meine Gedanken und Energie auch wieder in andere Dinge investiere, das Leben geht weiter. Zu lange schon war ich von meinen Beziehungsproblemen so gefesselt, dass alles Andere in den Hintergrund trat. Zum Glück ist die schwere Erkrankung an der ich letztes Jahr litt beinahe ausgeheilt, nun leide ich allerdings an einer Folgeerkrankung, was mich wirklich extrem nervt.

Seit letztem Winter bin ich nun im Personalrat tätig. Die Situation in unserer Firma hat sich weiter verschlechtert. Eine Person - das blonde Gift - tyrannisiert die gesamte Belegschaft mit Ausnahme ihrer Getreuen, die sie gekauft hat und die ihr eisern die Stange halten. Unser Chef ist ein Waschlappen und versteckt sich hinter ihr. Nach meiner Krankheit, die nicht zuletzt auch auf den Stress an meinem Arbeitsplatz zurück zu führen war, kenne ich kein Pardon mehr. Es sieht so aus, als müssten wir uns unsere elementaren Grundrechte als Arbeitnehmer vor Gericht erstreiten, da sich unsere Personalchefin an keinerlei Regeln hält und nicht gewillt ist,  ein Minimum der Macht, die sie an sich gerissen hat, nehmen zu lassen.

Zum Glück habe ich zum Ausgleich noch meinen Nebenjob als Trainerin, der mir in der schweren Zeit in den vergangenen Monaten Halt und Mut zum Weitermachen gegeben hat. Meine Mädels haben mich seelisch und moralisch unterstützt, als ich ganz unten war. Sie haben mir die Zuneigung und Liebe gegeben, die man sich in so einer Situation nur erträumen kann. Auf der anderen Seite stecke ich sehr viel Kraft in die Arbeit mit meinen Mädchen und fühle mich nun zum Schuljahresende ausgelaugt. Ich fiebere meinem Urlaub und der kommenden Trainingspause entgegen.

So hat eben alles seine zwei Seiten. Ich liebe es, meine Gedanken in diesem Blog festzuhalten, auf der anderen Seite fällt es mir schwer wie nie zuvor, die richtigen Worte für meine Gedanken zu finden. Dies ist nicht zuletzt der Grund, warum ich so selten schreibe. Vielleicht ändert sich dies bald, wenn ich noch ein wenig ruhiger und meiner selbst wieder sicherer geworden bin.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Motorsägenblues

Mein ER ist etwas lädiert. Irgendwie hatte er die Finger einmal zuviel irgendwo drin, als ihn bei Baumfällarbeiten eine Motorsäge traf. Nun sind zwei Finger angesägt und er hat zwei Operationsnarben mehr. Irgendwie ahnte ich schon so etwas, als er sich am Abend zuvor noch von mir verabschiedete. Ich sagte noch: "Pass auf dich auf!" Anscheinend habe ich doch noch mehr Respekt vor Motorsägen und umstürzenden Bäumen. Mit zu viel Routine und sonstigen Flausen im Kopf passierte das Unglück. Es hätte auch schlimmer kommen können. Schlimmstenfalls bleibt ein Finger steif. Ist bestimmt irgendwie auch sinnvoll verwendbar...


Montag, 2. Juli 2018

Die Katze auf dem Dach

Seit ich bei ihm ausgezogen bin, wohne ich nun nicht mehr in einem großen Haus mit viel Garten drumherum, sondern in einer kleinen 2-Zimmer-Dachgeschosswohnung im zweiten Stock. Leider hat diese Wohnung keinen Balkon, so dass mein Herr Kater, Sammy der Siam, wenig Möglichkeiten hat nach draußen zu gehen - außer auf das Dach. Anfangs war mir Angst und bang, dass er sich wohlmöglich nach unten stürzen würde, oder auch einfach unglücklich nach unten abrutschen. Er ist schon manchmal ein arger Tollpatsch. Bisher ist zum Glück nichts davon eingetroffen. Mein Kater geht weiterhin auf dem Dach spazieren. In letzter Zeit maunzt er launig vor sich hin, während er draußen seine Runden dreht. Kürzlich saß einer der vielen Nachbarskatzen, vermutlich war es der schwarze Zorro, der Schrecken der Straße (hier in der Straße gibt es beinahe in jedem Haus ein bis zwei Katzen) unten auf der Straße und miaute zu Sammy so in etwa hinauf: "Hey du, traust dich wohl nicht herunter?" Darauf mein Kater: "Lass mich zufrieden, du Großmaul!" So ging es dann wohl zehn Minuten hin und her. Seitdem geht mein Sammy nie mehr ohne "Gesang" auf seinem Dachgarten umher. Wohl nicht nur wegen dieser Gesangseinlagen ist meine Katze nun im ganzen Viertel als die Dachkatze bekannt und somit ich als seine Besitzerin ebenso. Ständig werde ich nun von Nachbarn auf meinen Sammy angesprochen. Bald ein Jeder im Umkreis kennt schon seinen Namen. Manche Leute machen sich ihren Spaß daraus und versuchen ihn herunter zu locken:"Sammy, Mieze, komm doch runter..". Aber Sammy widersteht und denkt sich seinen Teil.




Freitag, 29. Juni 2018

Zurecht gerückt...

Das letzte Dreiviertel Jahr lebte ich in einer Ausnahmesituation und meine Gedanken kreisten meist nur um ein Thema, um ihn. Während nun die Zeit vergeht, kehrt langsam Normalität in meinen Alltag zurück. Ich kann mich auch wieder auf andere Dinge konzentrieren und mich dem alltäglichen Leben stellen. Ich habe einen sehr ausgefüllten Alltag und die Wunden heilen.
Meine Rivalin interessiert mich nicht mehr sonderlich, sie hat sich freundlicher Weise daran gehalten, den Kontakt zu stoppen.
Er und ich genießen nun unsere Zweisamkeit ungestört. Es tut uns aber gut, uns jederzeit ins eigene Reich zurückziehen zu können. Dennoch wohnen wir nahe genug beieinander, so dass wir jederzeit für den Anderen erreichbar sind, wenn Einer den Anderen braucht. Ich kann so mit Milde über seine, mich früher so nervenden Angewohnheiten hinwegsehen, wahrscheinlich geht es ihm umgekehrt  genauso.
Heute sehen wir uns nicht, denn er ist mit Freunden zu einer Veranstaltung in die große Stadt gefahren. Ich vertraue ihm und er dankt es mir. Ich freue mich auf das, was er mir morgen zu erzählen hat.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Hoffnung

Es gibt immer wieder Rückschläge, aber immer öfter keimt in mir die Hoffnung auf, dass es mir irgendwann gelingt, wieder Vertrauen zu gewinnen. Letztens sagte er mir, dass er am liebsten alles was geschah, vergessen würde. Ich glaube ihm, jedoch vergessen kann man nicht, man kann nur sich selbst und anderen verzeihen. Sein Wunsch zeigt mir jedoch, dass es ein großes Bedauern seinerseits über das Geschehene gibt.
Die Tage, an denen wir unbeschwert zusammen kommen, häufen sich glücklicherweise. Mein Wunsch nach Aufklärung ist so gut wie erfüllt. Es gibt fast keine offenen Fragen mehr.
Ich glaube aber nicht mehr an ein Zusammensein ohne Schwierigkeiten. Sicher wird es solche wieder geben. Aber diesmal bin ich gewappnet.

Sonntag, 10. Juni 2018

Ein bisschen Glück, ein bisschen Leid...

Warum ist jetzt alles so ganz anders? Seit ich nicht mehr bei ihm wohne, funktioniert so vieles so viel besser als zuvor zwischen uns. Wir können stundenlang reden, ohne dass uns die Themen ausgehen, früher haben wir uns tagelang angeschwiegen. Während ich zuvor Mühe hatte, positive Eigenschaften an ihm aufzuzählen, entdecke ich nun ständig Neue. Er schafft es sogar, mir Komplimente zu machen, die ich tatsächlich auch ernst nehmen kann.
Die räumliche Trennung macht's möglich.
Das Alleinleben fällt mir immer leichter. Ich freue mich, am Tag auch mehrere Stunden nur für mich selbst zu haben. Das ist neu für mich, denn zuvor hatte ich ständig Jemanden um mich. Ich freue mich ihn täglich zu sehen, genieße es aber dennoch, anschließend in mein eigenes Reich heim zu gehen. Kein Streit mehr über Hausputz, kein Zwang ständig etwas kochen zu müssen. Der Alltag hatte unser Zusammenleben zur Hölle gemacht.
Ich muss zugeben, dass mich ab und zu, wenn ich alleine bin, noch die Wut über das Geschehene einholt. Da kommen wieder die schlechten Erinnerung hoch und ich kann nochmals die Ohnmacht spüren, die ich damals empfand. Zum Glück passiert dies aber immer seltener und ich hoffe, ich bin bald soweit, das vergangene Jahr einfach abhaken zu können unter dem Motto:
"War zwar hart, aber wieder was gelernt."

Mittwoch, 6. Juni 2018

Eine ganz besondere Woche...


Das Projekt Wiederannäherung mit dem Ex läuft weiter. So nahmen wir uns eine Woche gemeinsamen Urlaub, was seit 10 Jahren das erste Mal der Fall war. Mehr als ein gemeinsames Wochenende hatten wir seither nicht geschafft. Die Woche lief gut an, wir unternahmen einen sehr schönen Ausflug mit der Nachbarsfamilie, Röslein und Mann samt Kinder. Wir gingen zusammen schön zum Essen aus und schafften es sogar, einen Nachmittag im Schwimmbad zu verbringen. Dann geschah das, was unvermeidbar war: Ein Anruf und mein Ex stand bereit, einem Freund und Kollegen bei der Waldarbeit zu helfen. Das Ergebnis war ein Krankenhausaufenthalt samt Operation und in dessen Folge nun sechs Wochen Hand in Gips. Aber immerhin hatten wir zusammenhängend fünf wunderbare Tage zuvor und das ist schon mehr an Glück als all die vergangenen Jahre. Also wollen wir mal nicht undankbar sein!

Mittwoch, 30. Mai 2018

Nachwehen

Es ist doch wesentlich schwerer nach allem was passiert ist, wieder Vertrauen aufzubauen. Mein Selbstbewusstsein ist angeknackst. Das Verarbeiten und Bereden des Geschehenen ist schmerzlich und alles andere als leicht. Dennoch halte ich daran fest, dass gerade nach einem totalen Kollaps etwas Neues und Gutes entstehen kann. Ich versuche unsere Partnerschaft zu retten und habe den Eindruck, dass ihm das auch sehr wichtig ist. Wir haben zuletzt sehr glückliche Tage erlebt. Leider überkommt mich dann auch wieder der Frust und die Eifersucht, die Verzweiflung über den Vertrauensbruch seinerseits. Ich unterdrücke meine Wut nicht, ich konfrontiere ihn damit. Es ist für uns beide schwere Arbeit, aber nur so meine ich alles überwinden zu können, was zwischen uns stand.