Freitag, 16. November 2018

Glück im Unglück

Das Ding, dass da ungefragt und unkontrolliert in mir wuchert ist tatsächlich bösartig. Diagnose Krebs. Zuerst einmal ein Schock. Dann Recherchen im Internet, Gespräche mit den Ärzten. Untersuchungen und weitere Untersuchungen. Endlose Stunden in Warteräume der behandelnden Klinik. Warten, warten, warten. Von oben bis unten durchgecheckt. Dann Aufatmen: Das Dings hat nicht gestreut. Glück im Unglück. Nun die nächste Herausforderung: Die Operation. Vier Stunden unter dem Messer... Da kann man schon ein wenig Glück gebrauchen.

Dienstag, 23. Oktober 2018

Schwierige Zeiten....

Meine Suche nach dem Glück gestaltet sich schwieriger als gedacht. Nachdem sich meine Krise in Sachen Partnerschaft gelegt und ich mit meinem Liebsten einen Neuanfang gewagt habe, überschlagen sich in anderen Bereichen die Ereignisse.
Meine letzten zwei bis drei Jahre waren geprägt von Stress, Problemen und Ärger.
Im Beruf kämpfte ich im Personalrat um mehr Gerechtigkeit im Job. Trotz großem Einsatz neben einer Tätigkeit an einem dauerhaft überlasteten Arbeitsplatz sind die Fronten derart verhärtet, dass wir unsere Auseinandersetzungen mit der Geschäftsleitung nur noch per Gericht lösen können. Die Aussichten auf Besserung der Situation gehen Richtung Null.
In meinem Nebenjob übernahm ich mich ebenfalls. Die Bemühungen meine zwei Ausnahmetalente bei den Landesmeisterschaften auf die verdienten vorderen Plätze zu bringen waren zwar erfolgreich, haben mir aber unglaublich viel Lebenskraft geraubt.
Zuletzt spielt mir nun meine Gesundheit einen Streich. Vergangene Woche musste ich eine Untersuchung vornehmen lassen, während der eine Gewebeprobe entnommen wurde. Nun sitze ich bis Donnerstag wie auf Kohlen und warte auf mein "Urteil" - gut- oder bösartig.
Manchmal sitze ich da und denke, ich nehme alles einfach wie es kommt und versuche das Beste aus Allem zu machen. Dann überkommt mich Panik und ich bekomme Herzklopfen und die wildesten Vorstellungen beunruhigen mich, bis ich anschließend wieder wie aus einem schlechten Traum aufwache und denke: "Noch ist nicht alles verloren!"




Mittwoch, 5. September 2018

Donnerstag, 9. August 2018

Das Glück hat mich...

...zur Zeit erwischt, denn nun endlich durfte ich meinen Sommerurlaub antreten - ganze zwei Wochen am Stück. Anscheinend ist es hierzulande unschicklich im Urlaub nicht zu verreisen. Dies konnte ich in den letzten Tagen feststellen, als ich ständig gefragt wurde, wohin ich denn in Urlaub fahren werde. Überall offene Münder, wenn ich preisgab, wohin ich verreisen werde. Um es kurz zu machen: Ich fuhr mit dem Fahrrad zu mir nach Hause in den Urlaub und dort bin ich jetzt immer noch. Bei den derzeitigen Temperaturen wäre es ohnehin Schwachsinn, sich stundenlang in einen Stau auf der Autobahn in Richtung Süden zu begeben, während hier das gleiche Klima wie in Sizilien herrscht. Auch stecke ich an keinem Flughafen fest, weil sich das Sicherheitspersonal zu gut mit sich selbst unterhält. Das alles lässt sich leicht vermeiden: ZU HAUSE BLEIBEN! Ich liebe dieses heiße Wetter und es macht mir nichts aus zu schwitzen, denn in meiner Wohnung gibt es eine Dusche. Am Abend sitze ich mit meinem EX-EX auf der Hollywoodschaukel auf der Terrasse, streichle die Miezekatzen


 










und schlürfe nostalgisch angehauchten Campari-Orange.  Die Friedensverhandlungen zwischen uns beiden dauern an, sind aber wesentlich erfolgreicher als zuvor befürchtet. Es gibt sogar Abende an denen wir das Vergangene ganz ausblenden und uns ausschließlich intensiv der Gegenwart widmen.






Wie ich den Sommer liebe! Dieser Garten hier ist das reinste Paradies




                                                       


Wer muss da noch in Urlaub fahren?


Sonntag, 22. Juli 2018

Die zwei Seiten der Münze

Wir sehen uns zur Zeit wieder täglich und es kehrt eine gewisse Routine in unser Zusammensein ein. Dennoch fällt es mir schwer, wieder ganz zu vertrauen. Wahrscheinlich werde ich ihm nie wieder vollständig trauen können. Trotzdem hat unsere Beziehung eine Qualität erreicht, die sie nie zuvor hatte. Wir können über fast alles reden, was uns bewegt und wir reden viel. Hätten wir diese Gewohnheit schon zuvor gepflegt, wäre es nie zu unserem Zerwürfnis gekommen. Unsere Beziehung wäre beinahe an unserer Sprachlosigkeit gescheitert. Wir genießen unsere gemeinsame Zeit, aber genauso die Möglichkeit alleine zu sein. Auch die körperliche Liebe macht wieder Spaß, was mich nach dem Geschehenen am allermeisten erstaunt. Das habe ich tatsächlich nicht erwartet.

Nun ist es an der Zeit, dass ich meine Gedanken und Energie auch wieder in andere Dinge investiere, das Leben geht weiter. Zu lange schon war ich von meinen Beziehungsproblemen so gefesselt, dass alles Andere in den Hintergrund trat. Zum Glück ist die schwere Erkrankung an der ich letztes Jahr litt beinahe ausgeheilt, nun leide ich allerdings an einer Folgeerkrankung, was mich wirklich extrem nervt.

Seit letztem Winter bin ich nun im Personalrat tätig. Die Situation in unserer Firma hat sich weiter verschlechtert. Eine Person - das blonde Gift - tyrannisiert die gesamte Belegschaft mit Ausnahme ihrer Getreuen, die sie gekauft hat und die ihr eisern die Stange halten. Unser Chef ist ein Waschlappen und versteckt sich hinter ihr. Nach meiner Krankheit, die nicht zuletzt auch auf den Stress an meinem Arbeitsplatz zurück zu führen war, kenne ich kein Pardon mehr. Es sieht so aus, als müssten wir uns unsere elementaren Grundrechte als Arbeitnehmer vor Gericht erstreiten, da sich unsere Personalchefin an keinerlei Regeln hält und nicht gewillt ist,  ein Minimum der Macht, die sie an sich gerissen hat, nehmen zu lassen.

Zum Glück habe ich zum Ausgleich noch meinen Nebenjob als Trainerin, der mir in der schweren Zeit in den vergangenen Monaten Halt und Mut zum Weitermachen gegeben hat. Meine Mädels haben mich seelisch und moralisch unterstützt, als ich ganz unten war. Sie haben mir die Zuneigung und Liebe gegeben, die man sich in so einer Situation nur erträumen kann. Auf der anderen Seite stecke ich sehr viel Kraft in die Arbeit mit meinen Mädchen und fühle mich nun zum Schuljahresende ausgelaugt. Ich fiebere meinem Urlaub und der kommenden Trainingspause entgegen.

So hat eben alles seine zwei Seiten. Ich liebe es, meine Gedanken in diesem Blog festzuhalten, auf der anderen Seite fällt es mir schwer wie nie zuvor, die richtigen Worte für meine Gedanken zu finden. Dies ist nicht zuletzt der Grund, warum ich so selten schreibe. Vielleicht ändert sich dies bald, wenn ich noch ein wenig ruhiger und meiner selbst wieder sicherer geworden bin.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Motorsägenblues

Mein ER ist etwas lädiert. Irgendwie hatte er die Finger einmal zuviel irgendwo drin, als ihn bei Baumfällarbeiten eine Motorsäge traf. Nun sind zwei Finger angesägt und er hat zwei Operationsnarben mehr. Irgendwie ahnte ich schon so etwas, als er sich am Abend zuvor noch von mir verabschiedete. Ich sagte noch: "Pass auf dich auf!" Anscheinend habe ich doch noch mehr Respekt vor Motorsägen und umstürzenden Bäumen. Mit zu viel Routine und sonstigen Flausen im Kopf passierte das Unglück. Es hätte auch schlimmer kommen können. Schlimmstenfalls bleibt ein Finger steif. Ist bestimmt irgendwie auch sinnvoll verwendbar...


Montag, 2. Juli 2018

Die Katze auf dem Dach

Seit ich bei ihm ausgezogen bin, wohne ich nun nicht mehr in einem großen Haus mit viel Garten drumherum, sondern in einer kleinen 2-Zimmer-Dachgeschosswohnung im zweiten Stock. Leider hat diese Wohnung keinen Balkon, so dass mein Herr Kater, Sammy der Siam, wenig Möglichkeiten hat nach draußen zu gehen - außer auf das Dach. Anfangs war mir Angst und bang, dass er sich wohlmöglich nach unten stürzen würde, oder auch einfach unglücklich nach unten abrutschen. Er ist schon manchmal ein arger Tollpatsch. Bisher ist zum Glück nichts davon eingetroffen. Mein Kater geht weiterhin auf dem Dach spazieren. In letzter Zeit maunzt er launig vor sich hin, während er draußen seine Runden dreht. Kürzlich saß einer der vielen Nachbarskatzen, vermutlich war es der schwarze Zorro, der Schrecken der Straße (hier in der Straße gibt es beinahe in jedem Haus ein bis zwei Katzen) unten auf der Straße und miaute zu Sammy so in etwa hinauf: "Hey du, traust dich wohl nicht herunter?" Darauf mein Kater: "Lass mich zufrieden, du Großmaul!" So ging es dann wohl zehn Minuten hin und her. Seitdem geht mein Sammy nie mehr ohne "Gesang" auf seinem Dachgarten umher. Wohl nicht nur wegen dieser Gesangseinlagen ist meine Katze nun im ganzen Viertel als die Dachkatze bekannt und somit ich als seine Besitzerin ebenso. Ständig werde ich nun von Nachbarn auf meinen Sammy angesprochen. Bald ein Jeder im Umkreis kennt schon seinen Namen. Manche Leute machen sich ihren Spaß daraus und versuchen ihn herunter zu locken:"Sammy, Mieze, komm doch runter..". Aber Sammy widersteht und denkt sich seinen Teil.




Freitag, 29. Juni 2018

Zurecht gerückt...

Das letzte Dreiviertel Jahr lebte ich in einer Ausnahmesituation und meine Gedanken kreisten meist nur um ein Thema, um ihn. Während nun die Zeit vergeht, kehrt langsam Normalität in meinen Alltag zurück. Ich kann mich auch wieder auf andere Dinge konzentrieren und mich dem alltäglichen Leben stellen. Ich habe einen sehr ausgefüllten Alltag und die Wunden heilen.
Meine Rivalin interessiert mich nicht mehr sonderlich, sie hat sich freundlicher Weise daran gehalten, den Kontakt zu stoppen.
Er und ich genießen nun unsere Zweisamkeit ungestört. Es tut uns aber gut, uns jederzeit ins eigene Reich zurückziehen zu können. Dennoch wohnen wir nahe genug beieinander, so dass wir jederzeit für den Anderen erreichbar sind, wenn Einer den Anderen braucht. Ich kann so mit Milde über seine, mich früher so nervenden Angewohnheiten hinwegsehen, wahrscheinlich geht es ihm umgekehrt  genauso.
Heute sehen wir uns nicht, denn er ist mit Freunden zu einer Veranstaltung in die große Stadt gefahren. Ich vertraue ihm und er dankt es mir. Ich freue mich auf das, was er mir morgen zu erzählen hat.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Hoffnung

Es gibt immer wieder Rückschläge, aber immer öfter keimt in mir die Hoffnung auf, dass es mir irgendwann gelingt, wieder Vertrauen zu gewinnen. Letztens sagte er mir, dass er am liebsten alles was geschah, vergessen würde. Ich glaube ihm, jedoch vergessen kann man nicht, man kann nur sich selbst und anderen verzeihen. Sein Wunsch zeigt mir jedoch, dass es ein großes Bedauern seinerseits über das Geschehene gibt.
Die Tage, an denen wir unbeschwert zusammen kommen, häufen sich glücklicherweise. Mein Wunsch nach Aufklärung ist so gut wie erfüllt. Es gibt fast keine offenen Fragen mehr.
Ich glaube aber nicht mehr an ein Zusammensein ohne Schwierigkeiten. Sicher wird es solche wieder geben. Aber diesmal bin ich gewappnet.